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Thema: Wasser-Revolte in Isfahan - Artikel in unsere Zeit vom 24.8.2001 |
lange 18.09.2001
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Wasser-Revolte in Isfahan
- Artikel in unsere Zeit vom 24.8.2001
"Sie haben uns das wasser gestohlen und damit die Freude genommen". So hörte man es im vergangenen Monat vielfach auf den Straßen von Isfahan."
In der iranischen Großstadt (rd. 1 Million Einwohner) etwa 400 km südlich von Teheran wird fast nur noch davon gesprochen: das Verschwinden des Flusses Sajanderud, der die Stadt bisher mit wasser versorgte und dessen Bett nun seit länger als einem Jahr trocken ist.
Dem ungläubigen Erstaunen der Bewohner von Isfahan über das trockene Flussbett folgte die Wut: für viele Einwohner gibt es nämlich keinen Zweifel, dass das Verschwinden des wassers nicht auf drei aufeinanderfolgenden Jahren von Trockenheit zurückzuführen ist, die im Iran zu verzeichnen waren. "Man hat uns unser Wasser gestohlen, um die Pistazienplantagen von Rafsandschani (Staatspräsident bis 1977) zu begießen, der ist der größte Exporteur des Landes und hat eines der größten Vermögen", behaupten viele in der Stadt.
Das Gerücht entbehrt nicht der Grundlage. Denn das Versiegen des Flusses fällt zusammen mit der Einweihung eines Kanals im vergangenen Jahr, der dazu bestimmt war, die Städte Yazd (Geburtsstadt des derzeitigen Staatschef Khatamil) und Kerman (Heimatregion Rafsandschanis) mit Wasser zu versorgen. Zwei Städte, deren Bewohner laut den iranischen Behörden sonst zum Verdursten verurteilt gewesen wären, weil sie seit vier Jahren keinerlei Niederschläge mehr erlebt haben.
Das Wasser wird verscherbelt
Die Regierung hatte zunächst allerdings versprochen, dass die Ableitung des Sajande-rud durch die Umleitung des Flusses Karun kompensiert würde. Doch der Kanal ist bisher nicht gebaut worden. Statt dessen erfuhren die Leute vor einigen Wochenvon der Existenz eines Projektes, wonach das Wasser des Karun an Kuwait verkauft werden soll. Ein Vorhaben, das nicht weniger als zwei Milliarden Dollar für den Bau einer 550 Kilometer langen Wasserleitung quer durch das Land und unter dem Persischen Golf hindurch bis nach Kuwait erfordern würde. Das ganze Projekt steht unter der Leitung der britischen Firma Gulf Utilities.
Das war (trotz der Wassernot) der "Tropfen", der in Isfahan das Glas zum Auch in andere von der Trockenheit besonders betroffenen Provinzen ist es zu ähnlichem "Aufruhr" gekommen. Laut Reza Bakhtiari, Pressesprecher im iranischen Energieministerium, hat "die Situation in acht Provinzen einkritisches Stadium erreicht".
Doch zugleich behauptete er angesichts der Revolten in der Bevölkerung, der asserverkauf an Kuweit sei nur ein theoretisches Projekt - wenn wir aber Wasserprobleme haben, werden wir es nicht realisieren". Nach Auskunft von Gulf Utilities allerdings ist die Unterzeichnung der Vorverträge mit dem Iran und Kuweit innerhalb der nächsten sechs Monate vorgesehen, damit die wasserleitung im Jahr 2005 in Dienst genommen werden kann.
P.P.
Anmerkung:
Es wäre nützlich, wenn sich die BZ diesem Thema einmal annehmen könnte.
[lange 18.09.2001 18:28] |
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