Über...
Forum
Projekte
Bilder
Karten
Themen
Dienste
Archiv
  RegioWasser e.V. | Alfred-Döblin-Platz 1 | 79100 Freiburg
Fax: 0761 / 456871-54 | Tel: 0761 / 456871-53
post(at)regiowasser.de | Sitemap
322 Beiträge, 129 Benutzer, 0 Termine | Angebote der Benutzer | Neueste Beiträge | Statistik
Suchen nach Terminen, Beiträgen und Nutzern | Fragen und Antworten

Als Benutzer: mit Passwort: (Beim nächsten Besuch automatisch)

Ich habe mein Passwort vergessen | Ich möchte mich als neuer Benutzer registrieren

Wählen Sie aus diesen Kategorien:

Allgemein   Projekte   AK Regiowasser 2005   Dreisam   Arbeitskreise   Rhein   Wasser NGOs   Internes
Unter der Kategorie Allgemein sind folgende Foren eingerichtet:
Über regiowasser.de   Flusskrebse   Gewerbekanal   Quellen   TV-Tipps   Wasserkraft   Wasserrecht
Forum: Wasserkraft, moderiert von: lange
  Pro und Contra Wasserkraft in der Region Freiburg  
   
  In dieses Forum können nur registrierte Benutzer des Forumsystems schreiben.  
  Neues Thema eröffnen | Antworten
Absender Thema: Kritische Anmerkungen zur Wasserkraftnutzung
Tisarzik
18.06.2001

Beitrag  zitieren
Einige kritische Worte zur Wasserkraft allgemein:

Entgegen der weitläufigen Meinung ist die Leistungsausbeute aus Wasserkraft verschwindend gering Ò weniger als 5 % der Stromerzeugung werden in Deutschland aus Wasserkraft gewonnen, Wasserkraftanlagen steuern lediglich 1 % zum Gesamtenergieverbrauch Deutschlands bei. Ein Wärmekraftwerk mit zwei Blöcken könnte die gesamte Stromerzeugung durch Wasserkraft in Deutschland ersetzen.

Eine Ausweitung er Wasserkraftnutzung bis zum Totalausbau Ò alle Bäche verschwinden in Druckrohren, alle Flüsse werden in Betonkorsetts gezwängt Ò würde nicht einmal die jährliche Zunahme des Stromverbrauchs in Höhe von ca. 2 % decken.

Das Fließen eines Flusses spiegelt sein Wesen. Ohne Aufstau oder Ausleitung gibt es jedoch kein Wasserkraftwerk. Deshalb sind Wasserkraftnutzung und Bewahrung eines Flusses unvereinbar. Ein Kleinstkraftwerk erreicht gerade die Leistung eines mittleren PKW und zerstört dabei einen Fluss auf einen Kilometer.

Durch eine trockenfallende Dreisam verenden regelmäßig Fische, auch solche, die sich auf der Roten Liste befinden. Auch der einst so häufige, inzwischen stark gefährdete Aal ist für stromgewinnende Turbinen zu lang Ò und wird von diesen in handliche Stücke portioniert.

Die angeblich so sanfte Energie Wasserkraft zerstört auf brutalste Weise unsere Flüsse und das Leben in ihnen.

Wer heute zum weiteren Ausbau der Wasserkraft aufruft, macht sich mitschuldig am Tod unserer letzten Bäche und Flüsse.

Anders als die Wasserkraft ist gesundes gutes Wasser durch nichts zu ersetzen. Somit müssen wir die Selbstreinigungskraft der Flüsse erhalten und dürfen ihr rasches Strömen nicht durch Aufstau stoppen.

Strömende Flüsse und plätschernde Bäche sind selten geworden. Mit dem Verlust ihrer Schönheit und Ursprünglichkeit verschwindet Natur und Erholungsraum für den Menschen. Ist es nicht gerade die Besinnlichkeit und unsere Naturvielfalt, die so viele Menschen im Urlaub in unsere Region führt, um Ruhe und Erholung zu finden?

Ich kann keine Argumente für Kleinwasserkraftwerke finden!

Thorsten Tisarzik
ande
18.06.2001

Beitrag  zitieren
Ich kann Ihnen in soweit zustimmen, das eine zu tun und das andere nicht zu lassen, immer im bewußtsein möglicher Schäden wie möglichen Nutzens, auch für die Tier- und Pflanzenwelt.

Es gibt dem Vernehmen nach wohl tatsächlich ein Nachholbedarf an einem großen Wasserkraftwerk im Rhein bei Rheinfelden: Dort könnte die Wasserkraftnutzung ökologisch weitgehend verträglich realisiert werden, wenn die Förderung nach EEG auch für dieses Kraftwerk gälte. Ich bin allerings kein Biologe. Hier könnte m.E. das EEG nachgebessert werden.

Aber gleich gegen Kleinkraftwerke allgemein zu Felde zu ziehen?

Das Schöne an diesem AK ist, daß wir uns an konkreten Beispielen klar machen können, welche Ansprüche zugleich berücksichtigt werden müssen. Pauschale Ablehnung ist hier genauso unnötig wie pauschaler "Fortschrittsglaube". Lassen Sie uns Beispiele nennen. Vielleicht finden sich über konkrete Beispiele dann bessere Regeln und Maßstäbe als sie bisher existieren.

Es wäre schon viel, wenn die verschiedenen Abwägungsgründe hier einmal vorgetragen würden! Dafür sind diese Seiten da...

Gruß
Andreas Delleske

Gast
14.06.2003

Beitrag  zitieren
Der Beitrag von Herrn Tisarzik vom 18.6.2001, den ich heute zufällig las, gefällt mir
nicht. Ich möchte nicht Satz für Satz darauf antworten, weil sachlich
gesehen, der Beitrag von Tisarzik zu wenig korrekte Aussagen enthält.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland e.V. (Berlin) über seinen Wissenschaftlichen Beirat aus der Abwägung sehr unterschiedlicher Interessen heraus ein Posititonspapier zu Wasserkraft verabschiedet und veröffentlicht hat, das ich den Aussagen von Herrn Tisarzik
quasi unendlich vorziehen würde, auch wenn ich nicht alle moderat kritischen
Aussagen des BUND voll teile.

Auch könnte man an den neuen Kleinwasserkraftanlagen etwa bei Wasserkraft
Volk in Bleibach oder beim Höllentalkraftwerk verifizieren, z.B. dass Kleinwasserkraftwerke auch ohne Stau auskommen können (Wasserteiler),
dass dort nichts unnatürlich trockenfallen kann, usw.. Diese Anlagen sind
naturschutzrechtlich für o.k. bzw. gut befunden worden und aus
naturschutzfachlicher Sicht vorzeigewürdig benannt worden, wenn auch vielleicht nicht als 100% ideal.

Zu einer UBA-Texte-Veröffentlichung vor wenigen Jahren habe ich (unveröffentlicht)
einige Anmerkungen erstellt, weil mir auffiel, dass der Bericht manche
Argumente einseitig gegen (kleine) Wasserkraft aufführte.
Die Autoren des Berichts hat man miri leider trotz Anfrage nicht genannt.
Die Autorschaft war dem vernehmen nach nicht sonderlich ausgewogen.

Im übrigen müssen meines Erachtens fast alle älteren Wasserkraftwerke fluss-ökologisch saniert werden. Merkwürdigerweise kommt dabei, wie viele Sanierungen zeigen, meist mehr Jahres-Stromproduktion heraus durch technische Verbesserungen, obwohl die Anlagen bei Niedrigwasser deutlich höhere Wassermengen im Fluß/Bach belassen müssen und dann selber vorübergehend
die Produktion reduzieren oder auf Null fahren.

Inzwischen gibt es vielfältige positivere Erfahrungen und Möglichkeiten
zu "Durchgängigkeit" bei großen und kleinen Anlagen (Iffezheim; naturnahe
Umgehungsgerinne, u.a.m). Auch für die Zeit der Aalwanderung sind
Lösungen anscheinend möglich, für Lachse sowieso.

Mitzubedenken wäre z.B auch, dass natürliche Wasserläufe in starken Trockenperioden stückweise trockenfallen können, besonders wenn sie in Auen vielfältig verzweigt sind.

Sonst noch: Bitte mitbedenken, welchen ökologischen
"Fussabdruck" ein Mensch durch sein Dasein heutzutage unvermeidlich
verursacht? Klar, dass muss viel weniger werden. Daher bitte ich doch
um gutes Augenmaß bei der Beurteilung der Wasserkraft, und bei ihrer
energiewirtschaftlichen und gesamtökologischen Bewertung um seriöse
Fakten. Niemand in D, auch der intensiveste Befürworter nicht, will Vollausbau
usw. oder irgendetwas von dem Gespenst, dass Herr Tisarzik in seiner Stellungnahme aufbaut.
Beste Grüße
Georg Löser, 14.6.2003

Dr. Georg Löser
Weiherweg 4 B
79194 Gundelfingen
(Haus mit 80% Stromeinsparung und ohne Stromnetzanschluss, seit 1987)

PS: wenn jemand antworten möchte, bitte schreiben Sie mir.
Ich kann dieses interessante Forum leider aus zeitlichen Gründen
nicht ausreichend weiterverfolgen



uhrmeister
12.11.2003

Beitrag  zitieren
"Bemerkungen von Thorsten Tisarzik zur Wasserkraft"
Als Autor des Buchs "Rettet unsere Flüsse - Kritische Gedanken zur Wasserkraft" (Pollner-Verlag, Oberschleißheim, Tel/Fax 0893151890)
kann ich den Ausführungen von T. Tisarzik nur zustimmen!
Der Ausbau des noch nicht genutzten Potentials der Wasserkraft würde deren Beitrag zur Gesamtenergieerzeugung und damit zur Ressourcenschonung und CO2-Minderung um weniger als 0.5 Prozent steigern. Dafür würden ca 15000 Kilometer naturnaher Flüsse in den deutschen Mittelgebirgen und die letzten Fließstrecken an Strömen wie Donau, Oberrhein und Elbe durch Stau und Ausleitung vernichtet - mitsamt ihrer selten gewordenen, rheophilen Fauna und Flora. Von den Milliardenschäden im Gefolge der Hochwasserverschärfung durch die Wasserkraftnutzung ganz zu schweigen!
Der weitere Ausbau der Wasserkraft verschlingt die Mittel, die effizienter für den Klimaschutz eingesetzt wären bei z. B. Wärmedämmungsmaßnahmen.
Dr.-Ing. Bernd Uhrmeister 12.11.03
Graf-Toerring-Str. 55
82229 Hechendorf
Tel 08152 76408
bernduhrmeister@aol.com

[uhrmeister 30.11.2003 11:40]
 
04.02.2012, 20:07 - (0.007s) Friss, Spammer, friss!